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Online-Gedenken aus der Gedenkstätte “Zeichen der Erinnerung”

Auf den Tag genau vor 76 Jahren wurde das Vernichtungslager Auschwitz von Truppen der Roten Armee befreit. «Es war uns klar, dass etwas Schreckliches über diesem Ort lag: Wir fragten uns, wozu all die Baracken, die Schornsteine und die Räume mit den Duschen gedient hatten, die einen seltsamen Geruch verströmten», erinnert sich ein Soldat der Roten Armee an den Tag, als er erstmals Auschwitz betrat. Das war am 27. Januar 1945.

Im größten Vernichtungslager der Nazis waren bis dahin zwischen einer und zwei Millionen Menschen ermordet worden, entweder durch Gas, Entkräftung, Krankheiten oder Laborversuche. 90 Prozent von ihnen waren Juden. Auschwitz steht daher exemplarisch für den Holocaust, dem Völkermord an den europäischen Juden und Jüdinnen. Überlebt haben nur wenige, in Auschwitz selbst trafen die sowjetischen Soldaten nur noch 7600 lebende Häftlinge an.

Dass jedoch der systematische Massenmord nicht erst in Auschwitz begann, sondern aus dem gesamten sogenannten Dritten Reich sowie den besetzten Gebieten Jüdinnen und Juden deportiert wurden verdeutlicht, dass die gesamte Gesellschaft im Nationalsozialismus ins Geschehen mit involviert war.

Ursprünglich wollten wir auch dieses Jahr wieder eine Gedenkkundgebung an der Gedenkstätte „Zeichen der Erinnerung“ abhalten. Dies ist genau der Ort, an dem Jüdinnen und Juden sowie Sinti und Roma in verschiedene Vernichtungslager deportiert wurden.

Wie wir bereits angekündigt haben wird die Kundgebung „Erinnern. Gedenken. Kämpfen.“
am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar in
Stuttgart dieses Jahr online stattfinden wird. Auf Wunsch der
Gedenkstätte „Zeichen der Erinnerung e.V.“ am Nordbahnhof und zum
Schutz vor Corona werden die inhaltlichen und kulturellen Beiträge ins
Internet verlegt. Daher würden wir uns freuen, wenn ihr auf ganz andere Art und Weise mit uns zusammen den 27.01.2021 begeht.

Hier das Video auf YouTube

Warum die Befreiung von Auschwitz sowie die Auseinandersetzung mit dieser dort offen gelegten Barbarei auch heutzutage noch notwendig ist, hat unsere Pressesprecherin Lisa Fetzer zusammengefasst:

„Mit der Befreiung von Auschwitz und der militärischen Zerschlagung
des Nationalsozialismus war dieser mitnichten komplett zerstört
worden. Vielmehr existiert er im Denken und Handeln vieler Menschen
weiter. In den 1950er Jahren gelangten viele Nazitäter wieder in den
Staatsdienst oder machten in deutschen Konzernen Karriere. Begünstigt
wurde dies durch die Schlussstrichmentalität, die sich mit der
Adenauer-Ära in der Bundesrepublik durchgesetzt hat. Bis heute sind
die Verbrechen des Nationalsozialismus in Deutschland nicht
vollständig aufgearbeitet worden. Daher gilt für uns der 27. Januar
auch als Tag der Auseinandersetzung mit uns selbst. Wir möchten damit
einen Beitrag leisten, um zu verhindern, dass das was in Auschwitz
passierte, sich wiederholt. Angesichts der Hochkonjunktur von
antisemitischen Verschwörungsmythen bei den sogenannten “Querdenkern”
und der Verharmlosung des Nationalsozialismus durch Funktionäre der
AfD bleibt dies eine aktuelle Aufgabe“, erläutert Lisa Fetzer.

Pressekontakt:
– Lisa Fetzer: zk-stuttgart@riseup.net

Das jährliche Gedenken in Stuttgart am 27.1. ist eine Initiative von:
Zusammen Kämpfen Stuttgart & Mauthausen Komitee Stuttgart e.V.
www.eastside-stuttgart.org & www.mksev.de

Die Veranstaltung wird unterstützt von:
Initiative Lern- und Gedenkort Hotel Silber e.V., Initiative
Stolpersteine Stuttgart-Ost, Libertäres Bündnis Ludwigsburg, SDAJ
Stuttgart, Stadtteilzentrum Gasparitsch, Stuttgart gegen Rechts

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